Dein Pferd & die Hitze

Wir haben Ende Mai, es herrscht brütende Hitze und Pferdemutti überlegt, was denn mit dem Vierbeiner anzufangen ist. Der Sommer kommt erst noch und wird hoffentlich schön und sonnig. Ich habe dir aufgeschrieben, was du bei den hohen Temperaturen beachten musst, wie du dein Pferd trotzdem bewegen kannst und wie du deinem Liebling leckeres Eis zauberst.

Lieblingstemperaturen deines Pferdes

Die Wohlfühltemperatur des Pferdes liegt zwischen +5° und +15° Celsius, aber auch bis -15° und +25° kommen sie sehr gut zurecht. Gerade die kalten Temperaturen machen ihnen nicht so sehr zu schaffe, wie wir meinen. Die derzeitige Hitze mit über 30° Celsius (im Schatten wohlgemerkt!) ist da eher problematisch.

Böse Hitzewelle?!

Während die meisten von uns Zweibeinern mit der Hitze ganz gut zurechtkommen, ein Eis schleckern oder Baden gehen, haben unsere Vierbeiner ganz schön zu tun. Dein Pferd kann wesentlich schneller überhitzen als du selbst, das solltest du definitiv im Hinterkopf behalten. „Mal eben eine Runde auf dem Platz drehen“ kann zum Hitzschlag führen und der sogar zum Tod.

Worauf du achten solltest

Die schattige Box im kühleren Stall klingt auf einmal viiiel artgerechter?! Tatsächlich kann gerade in den heißen Mittagsstunden die kühle Box angenehmer für dein Pferd sein. Die Nachteile sind dabei offensichtlich: weniger Bewegung kann den Kreislauf herunterfahren und das Pferd wiederum schwächen. Moderate Bewegung ist hingegen genau richtig.

Da in den meisten Ställen auch weniger Wind ist als draußen, können Fliegen umso nerviger sein. Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass dein Pferd draußen besser dran ist, als im Stall. Beachtest du die weiteren Hinweise, sollte dein Liebling trotz Hitze gut klarkommen. Behalte dein Pferd einfach im Auge und entscheide individuell, was das Richtige für euch ist.

Dein Pferd sollte genug schattige Plätzchen auf der Koppel, im Offenstall oder auf dem Trail finden. Dabei ist nicht nur relevant, dass Schattenplätze vorhanden sind, sondern auch, dass diese von allen Pferden genutzt werden können. Rangniedrige Tiere könnten ansonsten aus der Not heraus den ganzen Tag in der Sonne verbringen müssen.

Natürlich muss genug Wasser vorhanden sein, damit dein Pferd ausreichend trinken kann. Durch das Schwitzen verliert es zusätzlich Flüssigkeit, was den Wasserbedarf nochmals erhöht.

Training

Mal ganz im Ernst: Hast du Lust bei der Hitze einen Marathon zu laufen?! Siehst du. Auch dein Pferd wird wohl eher wenig motiviert sein. Wenn du trotzdem reiten, fahren oder longieren willst, solltest du das in den kühleren Stunden des Tages tun. Am angenehmsten ist es ganz früh morgens, nachdem die Nacht die Temperaturen heruntergekühlt hat.

Falls du den Luxus einer kühlen Halle oder eines schattigen Reitplatzes hast, kannst du diese natürlich nutzen. Bedenke dabei: durch das heiße Wetter wird auch der Boden f**ztrocken. Damit staubt es umso mehr (wenn nicht gesprengt wird). Gerade wenn dein Pferd Huster ist, solltest du das vermeiden, aber auch ohne Husten ist das kein Balsam für die Lunge (auch für deine nicht!).

Pack die Badehose ein!

Besser: eine gemütliche Runde ins Gelände, am allerbesten zum Bachlauf, Flüsschen oder See. Wir lieben unseren tollen See in der Nähe des Pferdehofes und auch die Pferde sind kaum zu bremsen, wenn es Richtung Wasser geht. Zwei der Stütchen aus Vogelsang legen sich sogar ins Wasser, die anderen plantschen wild drauf los. (Also am besten Handy & Co. auf dem Hof lassen! 😊) Wir waren schon ein paar Mal am See dieses Jahr, aber auf meiner To-Do-Liste steht definitiv noch schwimmen mit der dicken Lady – so richtig!

Kein See? Abkühlung per Wasserschlauch

Nicht jeder hat das Glück einen See o.ä. in der direkten Nähe zum Pferd zu haben und diesen auch nutzen zu können. Aber auch kaltes Wasser aus dem Wasserschlauch ist eine angenehme Abkühlung für dein Pferd. Fange beim Abspritzen mit den Hinterbeinen an, mache dann die Vorderbeine, dann Kruppe und zum Schluss Brust. Durch dieses „von hinten nach vorne“ gibst du dem Pferdekörper Zeit, sich an das kalte Nass zu gewöhnen. Denk außerdem daran, den Großteil des Wassers wieder mit einem Striegel oder Schweißmesser abzustreichen.

Eis fürs Pferd?!

Es ist ja mittlerweile Trend, dass das Haustier (egal welcher Art) auch etwas zum Geburtstag, zu Weihnachten, und, und, und bekommt. Meistens Kuchen, natürlich alles tiergerecht. Seien wir mal ehrlich: dem Tier ist es völlig egal, ob es ein Geschenk bekommt oder nicht. Zusätzliche Leckereien sind immer gern gesehen, aber warum füttern wir das? (siehe Blogbeitrag „Futter als Liebesbeweis“)

Weil es uns Menschen Spaß macht, dem Liebling etwas Gutes zu tun. Uns geht es da nicht anders 😉. Mittlerweile kursieren im Netz auch allerhand Rezepte für selbstgemachtes Pferdeeis. Wir sind ja eher Freunde von „Weniger ist mehr“, haben aber auch eins für dich, ohne viel Schnickschnack:

500 g Möhren reiben (oder durch die Küchenmaschine schreddern)

2-3 Äpfel reiben (oder siehe oben)

200 ml Wasser dazu

optional: Kräuter nach Geschmack, wie Thymian oder Fenchelsamen

alles zermantschen, in einen kleinen Eimer oder eine große Tupperdose tun

und (ganz wichtig!) einen fingerdicken Stock (ca. 20-30cm) aufrecht hineinstecken

 

Durch das Reiben der Möhren und Äpfel sind keine großen Stücke drin, die verschluckt werden könnten oder schlecht gekaut geschluckt werden. Wenn der ganze Block gefroren ist, kannst du ihn an dem Stock z.B. an einen Baum hängen. Warum?! So können Pferde daran lecken und lutschen ohne große Stücke abzubeißen oder das Eis durch den Dreck zu schieben. Der Stock soll zudem verhindern, dass dein Pferd sich irgendwie an der Aufhängung verletzt.

Aber Vorsicht!

Das Eis ist sicherlich eine willkommene Abkühlung für dein Pferd, aber große Stücken Eis könnten auf den Magen schlagen und zu viel davon könnte zudem zu Koliken führen. Wenn du also nicht an dich halten kannst und der Liebling unbedingt Eis schleckern soll, dann wirklich nur gaaanz sparsam. Für sensible Pferde oder Pferde mit Magenproblemen ist das Eis eher nichts…

Und wie immer…

…freu dich über das schöne Wetter, die Möglichkeit mit dem Pferd zu baden und auch einfach mal nichts zu tun und Eis zu essen. Genieß die gemeinsame Zeit, lass ruhig mal das Training ausfallen und macht lieber eine gemütliche Runde in den Wald 😉

Sommerliche Grüße, Gina

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