TT Lady – Abschlussbericht

Wir haben es tatsächlich geschafft – 10 Wochen „Trainingsplan“, oder besser gesagt „Trainingsorientierungsplan“, haben wieder regelmäßige Bewegung in unsere Wochen integriert. In diesem abschließenden Bericht in Ladys Trainingstagebuch möchte ich dir erklären, welche Erkenntnisse ich gewonnen habe und wie diese auch dir helfen können, wenn du mehr Bewegung oder mehr Routine in euren Alltag bekommen möchtest.

Druck der Außenwelt

Wie ich es in dem ersten Eintrag schon vermutet hatte: durch das öffentliche Teilen habe ich noch einmal eine gehörige Portion Druck bekommen, auch WIRKLICH dran zu bleiben. Statt Käffchen auf dem Hof gabs mindestens eine große Runde Spaziergang, schließlich muss ich ja durchziehen!

Das heißt für dich natürlich nicht, dass du unbedingt einen Blog starten oder euer Training öffentlich teilen musst, um dran zu bleiben. Aber statt nur dir selbst etwas vorzunehmen, kannst du dich ja mit einer Pferdefreundin zusammentun. Auch wenn eure Pferde nicht im gleichen Stall/Koppel/Hof stehen oder ihr ganz unterschiedliche Zeitpläne habt – ein bisschen gegenseitige Motivation oder sogar ein kleiner Wettbewerb kann das kleine Bisschen extra Ansporn sein.

Vor ein paar Jahren, als an Allerley und einen Blog noch gar nicht zu denken war, haben zum Beispiel Linda und ich immer gemeinsam Equikinetic gemacht. Jeder allein hätte wahrscheinlich schnell die Lust verloren, aber zu zweit (bzw. zu viert mit den Ponys) haben wir eine ganze Weile durchgehalten und konnten super Ergebnisse im Muskelaufbau feststellen.

Konkreter Plan vs. lockere Guidelines

Statt eines straffen Trainingsplans habe ich mir eine Art groben Wochenplan erarbeitet, der mir geholfen hat das Training ausgewogen und regelmäßig zu gestalten. Details hierzu kannst du HIER nochmals nachlesen.

Was hat das gebracht?! Ich weiß, dass es mich zu sehr stresst, wenn ich einen Plan habe, den ich kaum schaffen kann. Gerade mit Kind und Laden (und dazu noch einer Deadline für meine Masterarbeit) wollte ich mir genug Freiraum für Flexibilität lassen. Ganz verzichten wollte ich aber auch nicht und so hat mich mein lockerer „Trainingsorientierungsplan“ immer daran erinnert das Pferd zu bewegen ohne mich zu frustrieren.

Vielleicht hilft ja auch dir ein solcher Plan, um dran zu bleiben, Lücken oder Eintönigkeit im Training zu bemerken, aber auch um zu sehen, was ihr schon alles geschafft habt.

Fotos

Dank der Vorher-, Zwischendurch- und Nachher-Fotos konnte ich unsere Ergebnisse direkt vergleichen. Ich weiß sehr wohl, dass auch das Sommerfell (fast geschafft!) einen großen Teil dazu beiträgt, dass Lady wieder mehr wie ein Warmblut statt wie ein Pony aussieht… aber auf den Fotos sieht man eben auch, dass regelmäßige Bewegung ihr guttut. Okay, hier und da ist noch einiges an Speck vorhanden, aber ihre Haltung hat sich verbessert und ein paar Muskeln kann man auch wieder erahnen.

Mit Fotos zum Vergleichen kannst du dir ganz klar vor Augen führen, wo der Schuh drückt oder was sich eben schon verbessert hat. Das kann Motivation und Ansporn für mehr sein 😉

Gefühl

Neben dem Plan und den Fotos ist das Gefühl ganz wichtig (finde ich!). Lady mag vielleicht nicht wie eine Elfe über den Reitplatz schweben, aber ich merke ganz deutlich, dass sie wieder wesentlich schwungvoller und durchlässiger geworden ist.

Nachdem sie so lange nicht bewegt wurde und quasi immer bei den Pferdekumpels war, hatte sie anfangs enorm geklebt. Durch das viele Spazierengehen ist sie wieder viel entspannter, wenn die Herde nicht mehr in Sicht ist. Ich freue mich schon auf unseren ersten gemeinsamen Ausritt in das traumhafte Gelände rund um Vogelsang.

Vertrau auch du auf dein Gefühl und freu dich vor allem auch über kleine positive Veränderungen beim Reiten und im Umgang. So bleibst du positiv und machst euren „Erfolg“ nicht nur von Muskelaufbau und Lektionen abhängig.

5e gerade sein lassen…

…ist wohl die wichtigste Erkenntnis für mich. Ich tendiere dazu mich schnell selbst zu stressen, wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorgenommen habe. Da ich das weiß, habe ich von Anfang an meine Einstellung im Blick behalten. Die Woche mit Schnee und Eis und Minusgraden im zweistelligen Bereich?! Da kann man auch getrost drinnen bleiben! Ein paar Tage krank im Bett mit fieser Erkältung?! Nicht zu ändern, da lohnt kein extra Stress!

Vielleicht bist du auch sehr ehrgeizig und zielstrebig – einfach mal 5e gerade sein lassen sorgt für Entspannung und Freude, sobald du wieder zum Pferd kannst (weil du dir selbst kein schlechtes Gewissen machst!).

Und wie geht es weiter?

Natürlich sind unser Training bzw. die regelmäßige Bewegung für Lady damit nicht am Ende. Meine kleine Hannah ist schon ein halbes Jahr alt und bleibt mittlerweile auch schon mal ein Weilchen ohne mich bei anderen Leuten, wie den vielen lieben „Tanten“ auf dem Pferdehof. Erst vor ein paar Tagen hat sie mit meiner Freundin am Rand vom Reitplatz gesessen und Mama beim Reiten zugeschaut. (Ein Hoch auf das tolle Wetter!) Das heißt, ich kann hoffentlich tatsächlich bald wieder mit Lady ausreiten, wenn auch erst einmal nur kleine Runden. Darauf freue ich mich schon sehr! Spazierengehen und longieren geht zwar auch mit Baby im Tragetuch, aber Ausreiten mit Kind ist eher schlecht.

(An dieser Stelle sei gesagt, dass ich nicht mit fremden Pferden hantiere, wenn Hannah dabei ist. Lady weiß ich sehr wohl einzuschätzen. Hinzu kommen ein paar extra Meter Sicherheitsabstand, denn auch das coolste Pferd kann sich mal erschrecken. Sicherheit geht vor und nicht mit jedem Pferd kann man Spaziergänge und Co. so easy machen wie mit meiner dicken Lady.)

Meine Tipps für dich

1. Vergleiche dich und dein Pferd nicht mit anderen. Findet euren eigenen Weg, Rhythmus und Plan.

2. Nimm dir nur vor, was du dir auch zutraust und was realistisch ist, sonst ist Frust vorprogrammiert.

3. Habe einen Plan, aber sei bereit davon abzuweichen.

4. Freu dich über jeden Fortschritt, auch wenn er noch so klein ist.

5. Genieß die Zeit mit deinem Pferd. (Hier geht’s zum Blogbeitrag!)

 

Immer noch motivierte Grüße, Gina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.